Unsere Vereinschronik

Aero-Club Bad Oldesloe

von 1949 e.V.

Chronik – 50 Jahre Modellflug –

– Aus unserer Festschrift zum Jubiläum „50 Jahre Aero-Club Bad Oldesloe von 1949 e.V. –

Bereits Anfang der dreißiger Jahre existierte in Bad Oldesloe eine Gruppe von Bastlern und Modellfliegern.

Die Luftsportgruppe Bad Oldesloe betrieb ihr Hobby im Bereich Rethwisch in der Nähe von Bad Oldesloe. Einige wurden im manntragenden Segelflug ausgebildet.

1937 wurden die Luftsportgruppen aufgelöst und in das Nationalsozialistische Fliegercorps aufgenommen.

1945 verboten die Besatzungsmächte jegliche Fliegerei. Offiziell durfte kein Fluggerät gebaut werden. Doch konnten diese Verbote nicht verhindern, dass einige Mutige und Unerschütterliche wieder Flugmodelle konstruierten. Heimlich wurde geplant, organisiert, improvisiert, gebaut und getestet. Eine kleine Gruppe traf sich im Verborgenen, fachsimpelte und baute.

Welche Schwierigkeiten es zu meistern galt, ist heute nicht mehr vorstellbar. Es gab weder Pläne noch Werkzeug, und wer hatte schon Balsaholz? Doch Not machte erfinderisch. Unsere Gründer gaben nicht auf.

Als die Alliierten dann das Verbot lockerten und das Bauen wieder zuließen, gründeten Heinz Hormann, genannt Heiner, Karsten Josten, genannt Jolly und Alfred Hauke im Jahre 1949 unseren:

„Aero-Club Bad Oldesloe von 1949 e.V.“

Alfred Hauke sei an dieser Stelle besonders gedankt. Heute nach 50 Jahren hat er uns von damals viel zu berichten.

Auch auf das Betreiben des Oldesloer Aero – Clubs wurde dann der Segelflug und der Modellflug wieder offiziell zugelassen.

Jetzt ging es – trotz aller Geld- und Materialknappheit – sichtlich bergan durch unermüdliches Wirken der Vereinsmitglieder weit über Bad Oldesloe und sogar die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus. Der Überlegung folgend „Einigkeit macht stark“, führte die Initiative des Oldesloer Aero-Clubs die nachfolgend entstandenen Luftsportvereine zusammen zum „Landesverband Schleswig-Holsteinischer Luftsportvereine e.V.“ und bewirkte weiterführend den nächsten Einigungsschritt mit der Gründung des „Deutschen Aero-Club e.V.“, der heute auch international im Luftsport Geltung und Namen hat.

Trotz aller überörtlichen Mitwirkung der Mitglieder und Amtsträger stand aber stets der aktive Luftsport, die modellbauliche Anleitung und luftsportliche Ausbildung der Jugend im Vordergrund. Die Stadt Bad Oldesloe stellte dankenswerterweise der Clubjugend für den Modellbau einen auch heute noch genutzten Werkraum zur Verfügung und hatte auch sonst für die Nöte der Jugendgruppe ein offenes Ohr. Dennoch gab es natürlich genügend „innere“ und technische Schwierigkeiten und Probleme, die man damals zu meistern hatte – und die stets gemeistert wurden, damals wie heute !

In den folgenden Jahren wurde eifrig gebaut und geflogen. Die Oldesloer waren bei jedem Treffen, jeder Meisterschaft vertreten. Der Name „Aero-Club Bad Oldesloe“ war schon bald weithin bekannt.

Landschaftlich bedingt verlagerte sich das Schwergewicht auf Flugmodellbau und Modellflug. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre nahm durch technische Entwicklung der Modellflug mit funkferngesteuerten Modellen Aufschwung, zunächst mit selbstgebauten, röhrenbestückten Fernsteueranlagen. Die Lebensdauer der im Modell eingebauten Empfänger war infolge Erschütterungen trotz aller Tricks, z.B. allseitige Aufhängung an Federn, gering und der Reparaturaufwand entsprechend groß. Dennoch ließen sich die Modellflieger, die auf dem Gutsgelände des Barons von Jenisch „fliegen“ durften, nicht entmutigen. Bald folgten tonmodulierte Fernsteueranlagen mit Transistoren statt Röhren, die Glühkerzen-Modellmotoren (anstelle der Modell-Diesel) brachten den Segelflugmodellen starke „Konkurrenz“ durch ferngesteuerte, voll kunstflugtaugliche Motor-Flugmodelle. Mit dem weiteren technischen Fortschritt durch Proportional-Fernsteueranlagen begann Ende der 60er Jahre der endgültige Durchbruch zu überwiegend funkferngesteuerten Flugmodellen, so auch im Modellflug des Aero-Club Bad Oldesloe e.V.. Die Clubjugend nahm diese Entwicklung mit Interesse und großer Begeisterung auf. Ein gewaltiger Wandel war eingetreten in der Modellfliegerei, eine „revolutionäre Umstellung in sehr kurzer Zeit, die zwangsläufig auch Probleme mit sich brachte. Vordringlich – auch landschaftlich bedingt – wurde für Motormodelle ein geeignetes Modellfluggelände gesucht, da Wege und Stoppelfelder nicht ausreichten. Mehr als 7 Jahre wurde gesucht – und immer wieder Rückschläge !

1966 Erweiterung des Clubs durch Hinzunahme der Luftsportsparte „Motorflug“ (Bemannte Motorflugzeuge). Auch sie brauchte ein Fluggelände, und so wurde die Suche nach geeignetem Vereinsgelände Problem Nr. 1. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft erschwerte die Bemühungen sehr, denn Weideland wurde immer knapper.

Die Motorflieger (manntragend) übernahmen die Vorstandsposten. Die Modellflugsparte und Jugendgruppe leitete ein Modellflieger. 1968 übernahm Claus Hames die Leitung der Modellflugsparte. Die Modellflieger wurden derzeit nicht recht ernst genommen, und der Vorstand wurde erst durch eine Geschäftsordnung gezwungen, den Leiter der Modellflugsparte zu den Vorstandssitzungen einzuladen.

Wie auf einem Flughafen waren die Flugmodelle abgestellt. Sie wurden von den Zuschauern immer wieder bewundert, schon weil für den Bau viele Arbeitsstunden erforderlich sind.

Ende 1971 konnten die Modellflieger endlich aufatmen; sie hatten ein für Fernlenk-Modellflug geeignetes Gelände, wenn auch nicht in unmittelbarer Nähe von Bad Oldesloe, längerfristig pachten können. Durch kostspielige Geräuschmessungen konnten sie nachweisen, dass eine Lärmbelästigung im Wohnraum nicht eintreten kann, und der Modellflugplatz wurde behördlich genehmigt. Dennoch trachteten einzelne Personen aus persönlichem Interesse danach, den Modellflugbetrieb dort zu unterbinden. Bereits 1973 musste deswegen der Modellflugbetrieb für 3 Monate eingestellt werden.

UHU-Wettbewerb 1956, Blumendorf

Nach Geräusch-, Emissions- und Immissionsmessungen durch den TÜV Norddeutschland konnte nachgewiesen werden, dass keine Belästigung der angrenzenden Siedlung vorlag. Nun wurde das Modellfluggelände im Langenhorst, Gemeinde Delingsdorf, endgültig genehmigt und freigegeben.

1974 feierte der Club sein 25-jähriges Vereins-jubiläum. Dazu wurde ein großer Flugtag veranstaltet. Gut vorbereitet, wurde dieser ein großer Erfolg.

1975 hatten sich die Modellflieger soweit von den Motorfliegern (manntragend) entfernt, dass diese nach einigen „Reibereien“ aus dem Club austraten. Der Aero-Club Bad Oldesloe von 1949 e.V. war nun ein reiner „Modellflugclub“, organisiert im Dachverband DAeC.

In all den Jahren war die „erste Adresse“ der Bastelkeller in der Klaus-Groth-Schule. Hier wurden „die Fäden gezogen“ und natürlich viele Modelle gebaut. Man trank Brause und auch mal ein Bier.

Einige werden sich gut erinnern, Alfred Hauke, Claus Hames, Klaus Fehrmann und viele andere.

1979 wurde die Satzung endgültig festgestellt.

In den 70er Jahren führte der Verein „Modellbauwochen“ in Oldesloer Schulen durch. Aktive Modellbastler gingen eine Woche lang in die Schulen und leiteten die Schüler an, den „Kleinen Uhu“ flugfertig auf die Wiesen des Baron von Jenisch in Blumendorf zu bringen.

In den folgenden Jahren wuchs die Mitgliederzahl. Die Flugmodelle wurden perfekter. Nach den Fernsteueranlagen in Röhrentechnik kam die Transistortechnik, die sogenannten „Tip-Tip“-Anlagen ermöglichten nur Vollausschläge oder eben „Tippen“. Gesendet wurde im 27-MHz Bereich. In den 70er Jahren kamen die Proportional-Anlagen im 35-MHz Bereich. Die Anlagen waren sicherer und man konnte viel gefühlvoller steuern. Bald wurden die ersten Modellhubschrauber flugfähig, und der Verein nahm die ersten „Huby Flieger“ auf. Um „Flächenfliegern“ und „Huby-Fliegern ein nebeneinander zu ermöglichen, wurde eine Teilfläche des Modellfluggeländes zur „Huby-Ecke“ erklärt. Als Wilfried Küter, nach Gustav Langbehn, den Vorsitz des Vereins übernahm, wuchs die Zahl der „Huby-Flieger“ auf über 20 an.

Segelflieger in Moorkaten bei Kaltenkirchen (1951)

Die Technik und Mechanik der Fluggeräte wurde ständig verbessert, die Kreise der Modellhubschrauber und Motormodelle wurden größer. Inzwischen gab es Doppelsuper, PCM Modus und Computer-Fernsteuer-Sender. Nach einiger Reibung trat Wilfried Küter 1994 vom Vorsitz zurück und verließ den Aero-Club, um einen eigenen Hubschrauber Verein, den „Heli-Club Hamburg“, zu gründen. Viele Hubschrauber-Flieger folgten ihm.

Bereits 1984 und 1986 stellten Mitglieder des Vereins ihre Flugmodelle in Bad Oldesloe aus und zeigten interessierten Bürgern, was Stand der Technik ist. Anfang der 90er Jahre führte Wilfried Küter Hubschrauberwettbewerbe durch.

1993 und 1994 veranstaltete der Club eine große Ausstellung. Auf 500 m2 wurden ca. 100 Modellflugzeuge gezeigt. Die Frauen verkauften Kaffee und Kuchen. Im Park wurden Hubschrauberflüge vorgeführt. Zu Gast waren die Schiffsmodellbauer vom Luftsportverein Stormarn e.V. mit einer großen Anzahl von Modellen.

Flugbetrieb auf unserem Platz im Frühjahr 2002

Ab 1994 veranstaltete der Aero-Club regelmäßig jährlich einen Segelschlepp-Wettbewerb. Großmodelle schleppten hier große Segler bis 4,5 m Spannweite an einer Schleppleine auf Höhe und klinkten dort aus. Zum Abschluss der Sommersaison veranstaltete Peter Laub nun jedes Jahr ein Sommerfest im September. Axel Brockmann bot jährlich einen Kunstflugwettbewerb an. Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland. Eine Einsteigerklasse ermöglichte allen die Teilnahme.

Als der Deutsche Aero-Club (DAeC) 1995 ankündigte, die Beiträge zu erhöhen, war der Verein gezwungen zu handeln. Die Finanzdecke war dünn, eine Beitragserhöhung lehnten die Mitglieder ab. Es wurde beschlossen, zum 1.1. 1996 zum Deutschen Modellfliegerverband überzuwechseln, da dort die Beiträge geringer waren, und dieser Verband ausschließlich auf Modellflieger zugeschnitten war. Die Satzung wurde geändert.

In den Folgejahren wurde die Flugplatzbetriebsordnung überarbeitet und notwendige sicherheitsrelevante Änderungen auf dem Modellflugplatz vorgenommen. Heute hat der Verein 89 Mitglieder aller Altersklassen.

Hamburg, im April 1999 Peter Laub, 1. Vorsitzender

Vorsitzende des Aero-Club Bad Oldesloe von 1949 e.V.

1949 – 1960 Heiner Hormann

1960 – 1965 H. J. Schmüser

1966 – 1968 Dr. H. Schütz

1968 – 1987 Claus Hames

1987 – 1988 Gustav Langbehn

1988 – 1993 Wilfried Küter

1994 – ? Peter Laub